
Bored To Death
( 2. Staffel, letzte Folge, die ich gesehen habe: S02E05: "Forty-Two Down!" )
Es gibt einiges, dass für Bored To Death spricht: Die Romanvorlage ist ziemlich gut. Ted Danson spielt sich selber beziehungsweise eine Variation der Rolle, die er immer zu spielen scheint: er ist Millionär, Verleger und Riesenbaby George Christopher. Brooklyn. Pulp. Noir. Ziemlich gute Fälle der Woche. Die Ausstattung der Serie.
Aber es gibt auch einiges, dass dagegen spricht. Vor allem ist das Josh Schwartzmann, der den Detektiv und Schriftsteller Jonathan Ames spielt und seine Verkörperung des Nerds, wie ich ihn einfach nicht mehr sehen, nicht mehr ertragen kann sowie Zach Galifianakis als sein bester Freund, der Loser und Comiczeichner Ray Hueston.
In den letzten zehn Jahren ist der Nerd von einer Rand- zu einer Hauptfigur popkultureller Darstellungen geworden; sah es aber anfangs so aus, als würden diese Charaktere tatsächlich alternative Erzählformen begünstigen, haben wir es nun mit einer weiteren Fassung traditioneller und ziemlicher öder Männlichkeit zu tun. Hängende Schultern hin oder her, dieser Nerd will auch nichts anderes als die Helden in ihren Unterhemden, nur jammert er noch mehr.
Bored To Death ist also ein Wackelkandidat. Die Storys, die Nebenfiguren, die Atmosphäre sind wirklich großartig, die Präsentationen trauriger, sensibler Männer, hingegen sehr nervig. Die Verpackung stimmt also, der Inhalt eher nicht, trotzdem ist die zweite Staffel insgesamt deutlich besser als die erste!

Brothers & Sisters
( 5. Staffel, letzte Folge, die ich gesehen habe: S05E08: "The Rhapsody Of Flesh")
Brothers & Sisters ist mit Abstand meine Lieblingssoap: A-Klasse-Schauspieler spielen in einer kalifornischen Nora Ephron-esken Kulisse sämtliche sentimentalen Familienserien-Akkorde. Dadurch ergibt sich eine wüste Mischung: Einerseits werden die Probleme der Figuren im pädagogischem Eifer durchexerziert, bei der ein Geißendörfer blaß werden würde; kein liberales Thema wird hier außen vorgelassen. Andererseits ist die Serie immer wieder feinster Hollywood-Schmalz.
Es ist nicht so, dass sich die aktuelle Staffel von den anderen maßgeblich unterscheiden würde, aber ab und zu brauche ich einen Abend im Hause Walker in Pasadena. Ab und zu brauche ich einen üppig gedeckten Esstisch, an dem alle Familienmitglieder sitzen. Dass ich nach einer bis drei Stunden später einfach nur den Rechner zu klappen muss, wenn ich keine Lust mehr auf familiäre Bande habe, hilft natürlich auch. Dass ein paar Schauspieler, mit denen sie in der Serie schon länger nichts mehr anzufangen wußten, für die aktuelle Staffel aussortiert wurden, hilft außerdem. Auch, wenn ich Rob Lowe als konservativen Senator Robert McCallister vermisse.

Castle
( 3. Staffel, letzte Folge, die ich gesehen habe: S03E08: "Murder Most Fowl" )
Vor nicht mal einem Jahr, habe ich bei meinem Serien-Überblick die Krimiserie Castle gelobt und geschrieben: „Castle ist eine völlig unterschätze Mystery-Serie. Ein glitzernd-düsternes New York ist die Kulisse für die schönstinszenierten Todesfälle und ihre Ermittlungen. Nathan Fillion (Dr Horrible‘s Sing-Along Blog, Firefly) als erfolgreicher Schriftsteller Rick Castle begleitet, anfangs noch zu Recherchezwecken, die kaltschnäuzige, smarte Detective Cate Beckett (Stana Katic). Nathan Fillion ist sicherlich in der Lage wirklich jede Serie zu retten, aber Castle ist tatsächlich viel besser als sein Ruf.“
Dem gibt es nichts hinzuzufügen: Castle ist der bisher gelungste Versuch Pulp, Comedy und Lovestory vor dem Hintergrund Manhattans zusammenzuführen. Da unterscheidet die dritte sich kaum von der zweiten Staffel. Und das ist gut so.
Als nächstes schreibe ich dann über Community, Chuck und Friday Night Lights.

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