
Halbzeit! Zumindest bei mir. Viele Serien, die ich schaue, haben mittlerweile mindestens die Hälfte ihrer Folgen ausgestrahlt. Andere neigen sich sogar schon wieder ihrem Ende zu. Jedenfalls ist es höchste Zeit für einen ordentlichen Zwischenstand.
Es läuft so: Serien, die vor dem 15. September gestartet sind, wurden aussortiert. Die Reihenfolge ist alphabetisch, es sind also KEINE Charts oder ähnliches. Wenn ich bisher weniger als 3 Folgen geschaut habe, werden die Serien (noch) nicht erwähnt.
Nach und nach poste ich hier jetzt alle „meine“ Serien.
Was aber am wichtigsten ist: Ich würde gerne eure Empfehlungen hören oder auch eines Besseren belehrt werden, freue mich auf jeden Fall über Kommentare.
Die erste Runde:

90210
( 3.Staffel, letzte Folge, die ich gesehen habe: S03E09: “They're playing her song“)
Manchmal lohnt es sich durchzuhalten. Manche Serien brauchen einfach Zeit bis sie ihren eigenen Ton und die passenden Geschichten für ihre Figuren gefunden haben. 90210 ist so ein Fall: als glattere, nacktere und skandalösere Neuauflage der Original-Beverly Hills-Serie gestartet, hat sich die Show nach 2 Staffel zur schlicht und einfach besten Teenshow im amerikanischen Fernsehen gemausert.
War die Serie zu Beginn bloß guilty pleasure und Pausenfüller, deutete sich während zweiten Staffel langsam an wohin der Weg gehen würde. Besonders die Story-Lines, die erstmal völlig over-the-top wirken, scheinen geeignet, die Probleme derjenigen, die vor dem Fernseher sitzen, zu illustrieren.
Bisher waren es vor allem die weiblichen Figuren, die herausstachen. Aktuell werden aber auch die Geschichten der Jungs immer besser: Besonders die von Teddy (Trevor Donovan), dem nach und nach klar wird, dass der Sex mit einem Mitschüler kein Ausrutscher war und der sich seines Schwulseins immer mehr bewußt wird, sticht hervor: So schön und behutsam und mehrdimensional ist eine Coming-Out-Geschichte noch in keiner Serie erzählt worden.

Blue Bloods
( 1. Staffel, letzte Folge, die ich gesehen habe: S03E08: "Chinatown")
Die frisch gestartete Copserie Blue Bloods scheint seltsam aus der Zeit gefallen, gefällt mir aber gerade deswegen so gut: Die Familie Reagan ist eine New Yorker Polizei-Dynastie; Großvater Henry (Len Cariou) war Polizeichef, Vater Frank (Tom Selleck) ist der Commisioner, sein ältester Sohn Danny (Donnie Wahlberg) ist das Klischee vom guten, aber auch brutalen Polizisten, der jüngste Bruder Jamie (Will Estes), eigentlich Harvard-Absolvent, absolviert sein Rookie-Jahr, und ein weiterer Sohn ist im Dienst erschossen worden, nur die Tochter Erin (Bridget Moynahan) ist Staatsanwältin geworden.
In die Fälle der Woche ist immer gleich die ganze Familie involviert, so dass der Eindruck entsteht, es gäbe in New York nur die Reagans und sonst ein paar Streifenpolizist-Statisten. Darüber hinaus gibt es eine übergeordnete Geschichte: Die Familie ist in einen geheimen Templer-Orden involviert, der tote Bruder hat wohl gegen seine eigene Familie ermittelt und das FBI möchte den jüngsten der Söhne, Jamie, überzeugen, es seinem Bruder gleichzutun.
Blue Bloods ist Fernsehpathos pur; Verschwörungsstory, Krimiserie und Familienkitsch - und manchmal kann ich das sehr gut vertragen. Wer sonst noch Argumente braucht: Tom Selleck, Tom Selleck, Tom Selleck - und zwar so als ob er immer dagewesen wäre.

Boardwalk Empire
( 1. Staffel, letzte Folge, die ich gesehen habe: S01E07: "Home")
Ich liebe die Langsamkeit der Serie und ihre Üppigkeit. Ich liebe es, dass viel an der Oberfläche passiert, man aber gleichzeitig höllisch aufpassen muss, dass einem nichts entgeht. Ich liebe es, dass Gesten, Andeutungen und Nebenhandlungen genauso wichtig sind wie die Hauptfigur Nucky Thompson (Steve Buscemi).
Ich liebe es, dass die Geschichte des Gangsters Paradies New Jersey erzählt wird, was ja zumindest in den Fantasiegespinsten der Serienwelt zum Nabel der Mafia geworden ist, gleichzeitig aber auch Chicago zum wichtigen Nebenschauplatz erklärt.
Ich liebe es, dass sie hier alle auftreten: Lucky Luciano, Al Capone und all die anderen.
Und natürlich liebe ich Steve Buscemi und Kelly MacDonald, keine Frage.
Ich bin allerdings ehrlich froh, dass ich die ersten drei Folgen von Boardwalk Empire hintereinander geschaut habe und mir damit wohl die Enttäuschung manch anderer erspart geblieben ist, die mir mit traurigen Gesichtern nach der ersten Folge erzählten, dass all der Hype umsonst gewesen sei und diese Serie ein Flop.
Ist sie nicht; Boardwalk Empire ist in dieser Saison definitiv unter meinen Top5.
Es geht weiter mit: Bored To Death, Brothers & Sisters und Castle.
Und danach mit: Community, Chuck und Friday Night Lights.

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